50. aniversario - 50 Jahre CEN -- 2011

Chronik unseres Vereins

50 Jahre Centro Español Nürnberg e. V.

1961...eine Gruppe spanischer Männer und Frauen treffen sich, um einen spanischen Verein zu gründen. Am 19. September 1961 fanden dann die ersten Vereinswahlen statt, als erster Präsident wurde Rafael Bensusan gewählt.

Fußball war die Hauptaktivität in den ersten Jahren. Auch Deutschkurse wurden relativ bald angeboten. Ein wesentliches Anliegen der Mitglieder war auch die muttersprachliche Erziehung ihrer Kinder, die dann an Nachmittagen, neben der deutschen Schule, durch spanische Lehrkräfte statt fand.

Darüber hinaus suchten die Mitglieder in dem Verein einem Ort, wo sie sich über ihre alltäglichen Probleme austauschen konnten, aber auch einen Zufluchtsort an den Wochenenden, an denen sie sich an der vereinseigenen Bar bei einer Copa, einem Cortado oder Vino entspannen konnten.
Große Veranstaltungen wie Faschingsbälle, Silvesterfeiern, Tagesausflüge und regelmäßige Tanzveranstaltung waren die Normalität und sehr gut besucht. Freundschaften und sogar Ehen wurden im Verein geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein deutsches Mitglied….
Schon bald nach der Gründung waren die Fußballmannschaften offiziell im Bayerischen Fußball-Verband registriert und spielten bis Anfang der achtziger Jahre in der Bezirksliga.
Das erste Vereinsdomizil war kurzzeitig am Rathenauplatz und am Frauentorgraben und wechselte dann für einige Jahre in die Gostenhofer Hauptstraße.
Nach und nach wurden Kontakte zu anderen, zwischenzeitlich gegründeten spanischen Vereinen in Deutschland gesucht und gefunden. Die Kontakte reichten bis nach Norddeutschland. Fußballturniere mit Mannschaften dieser Vereine waren die Folge, natürlich durften die anschließenden "Siegesfeiern" nicht fehlen.
Auch die spanischen Demokratiebewegungen waren bis in die siebziger Jahre Gegenstand verschiedener Aktivitäten, die täglichen Sendungen vom BR in spanischer Sprache wurden intensiv verfolgt und die Ereignisse natürlich dann auch am Wochenende im Verein rege diskutiert.

1991 erfolgte der Umzug in die Karolinenstr. 12 in ein mehrstöckiges Gebäude.
Der Verein entwickelte sich weiter, die ersten deutschen Mitglieder konnte man auch schon beobachten. Auch die Aktivitäten wurden erweitert, die erste Vereinszeitung erschien regelmäßig monatlich, die erste "Miss Spanien in Deutschland" wurde in der Meistersingerhalle gekürt. Prominente Gäste aus Spanien wie Massiel, Paco de Lucia u. a. begleiteten diesen Höhepunkt.

In damaligen spanische Zeitungen waren häufig Foto-Reportagen über den Centro zu lesen.
Von der ersten wirtschaftlichen Krise in Deutschland waren auch viel Spanier von uns betroffen. Dies führte zur ersten großen Rückkehrwelle der damaligen Mitglieder zurück in Ihre Heimat.
Die Anzahl der Spanier in Nürnberg von ca. 5000 Personen Mitte der Siebziger wurde dadurch drastisch reduziert, was auch die Mitgliederzahl des Centro Español deutlich senkte.
Um auch die Jugend mehr für das Vereinsleben zu interessieren, wurde in den Räumen der Karolinenstrasse eine Discothek eingerichtet, die jahrelang einen regen Zuspruch fand.

1980… Das Jahrzehnt begann für den Verein mit einem Umzug in ein neues Vereinslokal: ein altes Schulgebäude in der Fürther Straße 354, unter dem damaligen Präsidenten Luis Rascón, der dieses Amt 19 Jahre lang ausübte.
Eine eigene Theatergruppe wurde ins Leben gerufen und bestand mehrere Jahre, die Vorstellungen waren sehr erfolgreich.
Der Film "Carmen" von Carlos Saura erweckte bei den Mitgliedern aber auch bei vielen Deutschen ein großes Interesse für Flamenco und führte zu einer immer noch bestehenden Hauptaktivität des Vereins: Flamenco-Kurse.
Eine erste, aus den Kindern der Mitglieder bestehende Flamenco-Gruppe unter der Anleitung von Ana Palomeque wurde ins Leben gerufen.
Die Flamenco-Aktivitäten wurden später von Daniel Moreno als "Maestro" über mehrere Jahre erfolgreich weitergeführt. Viele externe Auftritte der verschiedenen Flamenco-Gruppen des CENTRO im Fränkischen Raum und in regionalen TV-Sendern folgten und förderten somit auch die Bekanntheit des Vereins in der Region.
Seit Ende der 80-ziger bildete sich die jährliche Fiesta del patio im Juni nach und nach als ein regelrechter Publikumsmagnet aus und hat sich zwischenzeitlich zu einem festen Termin in dem Nürnberger Veranstaltungskalender entwickelt.

1990… Die Öffnung des Vereins für Nicht-Spanier nahm nun langsam seinen Fortschritt. Der durch die “Heimkehr“ vieler vor allem älterer Mitglieder nach Spanien auftretende Mitgliederschwund wurde zunehmend durch Neueintritte von Deutschen und anderen Nationalitäten ausgeglichen. Spanisch war nicht mehr die einzige Sprache an der Bar....
Daraus folgten z. B. spanische Gesprächskreise - "Tertulias" - die zur Festigung der spanischen Sprache über lange Zeit regelmäßig stattfanden.
Auch die etablierten Flamenco-Kurse und Auftritte bleiben Bestandteil dieses Jahrzehnts.
Ebenso erfolgreich in dieser Zeit waren Gymnastikkurse, Selbstverteidigung für Frauen, Tae-Kwon-Do, Tischtennis, Poolbillard in der Bar, Tute-Turniere, Domino und Schach waren die Freizeitvergnügungen an den Wochenenden.

Einige Mitglieder wurden auch lokalpolitisch aktiv, wie das Stadtratsmitglied Juan Cabrera.
Nicht unerwähnt bleiben dürfen die sonntäglichen Damenrunden an den Tischen, während die Herren sich an der Bar zusammenfanden. Selten fand man dort noch einen freien Platz.
Die Kantine wurde zu dieser Zeit unter Eigenregie geführt, die Mitglieder standen abwechselnd hinter der Bar.
Kooperationen mit deutschen Vereinen und Institutionen führten zu teilweise jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen im Tiergarten, im K4-Kulturgarten, am Wöhrder See. Städtereisen der Mitglieder ins nahe Ausland folgten in den Jahren.

2000… Der Start ins neue Jahrhundert brachte neue Herausforderungen mit sich.
Der Verein musste zunehmend Aktivitäten ausbauen um durch zusätzliche Einnahmen die immer weniger werdenden Zuschüsse spanischer und deutscher Institutionen auszugleichen. Die „Öffnung“ des Vereins spiegelte sich auch in einer Satzungsänderung wider: Die Festlegung, dass nur eine Spanierin oder ein Spanier das Amt des ersten Vorsitzenden ausüben durfte, wurde entfernt.
Die regelmäßigen Feste und Teilnahmen an regionalen Veranstaltungen durch das Angebot spanischer Spezialitäten – unsere Paella ist regional sehr gut bekannt – wurden zum unverzichtbaren Bestandteil.
Die neuen Medien wurden nun auch vom CENTRO genutzt: ab 2001 fand eine eigene Web-Präsenz im Internet www.centro-espanol .com seine Interessenten und später starteten wir auch mit einer Seite im bekanntesten sozialen online-Netzwerk.
Erwähnen müssen wir aber auch, daß 2001/2002 als erstes Christkind mit (spanischem) Migrationshintergrund unser damaliges Mitglied Marisa Sánchez die Herzen der Nürnberger im Sturm eroberte.

2006 inszenierte das Centro unter der Leitung von Anabel Kuntz das Erste Flamenco-Festival Nürnberg in der Stadt.
Mit Stolz können wir auch auf die Verleihung des interkulturellen Preises 2007 der Stadt Nürnberg zurück blicken. Das Centro wurde von einer fünfköpfigen Jury als erster ausländischer Migranten-Verein für diesen Preis ausgewählt.
Die kulturellen Aktivitäten fanden Ende des ersten Jahrzehnts ihren Höhepunkt: Auf Grund einer Initiative des Präsidenten Antonio Fernandez und einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter wurde im Februar 2008 eine Freundschafts- und Städtepartnerschaft Cordoba-Nürnberg ins Leben gerufen.


2010... fand dann eine Vereinsgründung des CONORIS e. V. unter dem Dach des CENTRO statt und führte nach diversen beiderseitigen und städtischen Aktivitäten am 6. Mai 2010 zur Unterzeichnung des Städtepartnerschaftsvertrages durch die Bürgermeister von Cordoba und Nürnberg.
Nicht vergessen wollen wir die oft hilfreichen Unterstützungen durch die verschiedenen spanischen Institutionen in Deutschland, das Amt für Kultur und Freizeit Nürnberg (KuF), das Amt für internationale Beziehungen Nürnberg und vielen Persönlichkeiten unserer „neuen Heimat“.

Nürnberg im September 2011


50. aniversario