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   Interkultureller Preis der Stadt Nürnberg

Centro Español e.V. erhält den Interkulturellen Preis der Stadt Nürnberg 2007

Die fünfköpfige Jury hat den diesjährigen Interkulturellen Preis des Ausländerbeirates dem Centro Español e.V. (Spanisches Zentrum) zuerkannt. Dieser Verein ist der älteste Nürnberger Migrantenverein. Er wurde schon 1961 gegründet.

Dieser Verein hat sich beispielhaft und in besonderer Weise an die veränderte Situation der Einwanderer in Nürnberg angepasst, denn neben spanischen Migranten hat der Verein genau so viele Nicht-Spanier als Mitglieder. Gleichzeitig hat der Verein aber seine ursprüngliche Funktion, geselliger und kultureller Treffpunkt für die Spanier in Nürnberg zu sein, beibehalten. Dies gilt insbesondere für die Menschen der ersten Generation der eingewanderten Spanier. Der Verein war von Anfang an offen für alle Zuwanderer spanischer Muttersprache, unabhängig von ihrer Herkunft. Auch vielen Deutschen, die sich für die spanische Sprache, Kultur usw. interessierten, hat er eine „Vereinsheimat“ gegeben. Der Verein hat in vorbildlicher Weise die Zweiseitigkeit gesellschaftlicher Integrationsprozesse sichtbar gemacht.

Das Spanische Zentrum ist einerseits ein traditioneller Treffpunkt, bei dem Migranten Hilfe und Unterstützung erhalten können, andererseits hat das Zentrum kulturelle Aktivitäten entwickelt, die sich sowohl an spanische als auch an andere interessierte Bürger wenden. Die Flamencokurse im Vereinshaus in der Fürther Str. 354 werden vor allem von Mädchen besucht. Die Auftritte der Gruppen bei Festen und verschiedenen Anlässen geben den Veranstaltungen einen bunten und lebendigen Farbtupfer.

Der Preis wird dem Spanischen Zentrum durch Herrn Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly und dem Ausländerbeirat während der Interkulturellen Wochen am 28.09.07 feierlich übergeben.

Presseerklärung von Mario Di Santo, Vorsitzender des Ausländerbeirates vom 27.07.07


Die Presse berichtet zum Interkulturellen Preis der Stadt Nürnberg (27.09.207)

Foto: SippelFür Liebhaber der spanischen Lebensart ist das «Centro Español», das Spanische Zentrum, die erste Adresse in Nürnberg. Morgen wird der älteste Migrantenverein der Stadt mit dem Interkulturellen Preis des Ausländerbeirats ausgezeichnet. Denn dort begegnen sich Menschen aller Nationalitäten, um ein kleines Stück España nach Franken zu holen.

 

Ausländerbeirat ehrt «Centro Español»

Ein Hauch von Spanien
Spanische Musik aus den Lautsprechern, Schuhe stampfen rhythmisch auf den Boden. Eine Hand schwingt den langen Rock, der andere Arm ist senkrecht gestreckt. Vom Gelenk her wird die Hand anmutig zum Takt der Musik gedreht. Der Blick ist fest nach vorne gerichtet.

Es ist Freitagabend, 18 Uhr, Fürther Straße 354. Zeit für Flamenco im Centro Español. Im ersten Stock des Vereinsgebäudes üben sieben junge Tänzerinnen in zwei Reihen hintereinander. Vorne steht ihre Lehrerin, sie gibt die Bewegungen vor. Wenn die Musik stoppt, hört man von draußen den Lärm einer Baustelle.

Durch die Auftritte seiner Flamencogruppen ist das Centro Español in der gesamten Region bekannt geworden. Der Tanz ist ein wichtiges Standbein des Vereins, aber nicht das einzige: «Unser Ziel ist es, die spanische Kultur und Lebensart nach außen zu tragen und die Leute dafür zu begeistern», sagt Anabel Kuntz, Mitglied im Vorstand und selbst Halbspanierin. Das geschieht auch durch mehrere Feste im Jahr. Fast jeden Freitagabend ist außerdem in der Fürther Straße etwas geboten: spanisches Kino, spanische Märchen oder ein spanischer Gesprächskreis. Jeder kann zu den kulturellen Veranstaltungen kommen, nicht nur die Mitglieder des Centro. Denen sind lediglich die verschiedenen Kurse vorbehalten. Zum Flamencounterricht soll es zusätzlich bald auch noch Spanischkurse für Kinder und Gitarrenstunden geben.

Die Wurzeln des Centro Español reichen 46 Jahre zurück. Immer mehr spanische Gastarbeiter kamen seit der Mitte der 50er Jahre nach Deutschland - und damit auch nach Nürnberg. Um ihre Kultur in der Fremde zu erhalten und eine Fußballmannschaft zu gründen, schlossen sich die spanischen Gastarbeiter der Stadt 1961 zu einem Verein zusammen.

Seit seiner Gründung hat sich im Centro allerdings viel verändert: Die Fußballmannschaft gibt es seit einigen Jahren nicht mehr, seit der Latino-Welle in den 90ern ist der Flamenco Aushängeschild des Vereins. Eine Konstante ist aber geblieben: Ein Ort der Verständigung zwischen allen Nationalitäten wollte der Verein von Anfang an sein.

Auch wenn kein festes Programm ansteht - die am Wochenende geöffnete eigene Bar ist Treffpunkt für Spanier und Spanien-Begeisterte, Vereinsmitglieder und Nicht-Mitglieder. Gerade bei diesem geselligen Beisammensein kann man die spanische Lebensart hautnah erleben, meint die 31-jährige Anabel Kuntz. «Es gibt keine Grenze zwischen Jung und Alt. Wir machen alles zusammen und haben eine Riesengemeinschaft.»

Anders als manche deutsche Vereine scheint das Centro kein Auslaufmodell zu sein. Unter den 280 Mitgliedern sind viele junge Menschen. Nur die Hälfte der Vereinsmitglieder hat spanische Wurzeln. Der Rest gehört unterschiedlichsten Nationalitäten an. «Ich kenne den Verein von klein auf. Es ist einfach ein Teil des Lebens, es gehört alles dazu», sagt die 21-jährige Miriam Fernandez. Sie gibt ehrenamtlich Flamencounterricht.

Überhaupt beruht ein großer Teil der Arbeit im Centro auf freiwilliger Hilfe. Nur eine Flamencolehrerin wird bezahlt, alles andere - von der Organisation der Feste bis zur Vorstandsarbeit - geschieht ohne Bezahlung. Die finanzielle Situation des Vereins könnte auch besser sein. Zuschüsse bekommt er fast keine mehr, die Mitgliedsbeiträge und die Einnahmen von Festen und Auftritten der buchbaren Flamencogruppen müssen alle Ausgaben decken. «Wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir gern noch mehr machen», meint Kuntz.

Doch auch was das Centro jetzt schon anbietet, überzeugte die fünfköpfige Jury des Interkulturellen Preises. Der Nürnberger Ausländerbeirat ehrt den Verein dafür, dass er sich «an die veränderte Situation der Einwanderer in Nürnberg angepasst» hat, indem er gleich viele Spanier und Nicht-Spanier als Mitglieder verbindet. Gleichzeitig sei er aber immer noch ein «geselliger und kultureller Treffpunkt für Spanier in Nürnberg», insbesondere für die der ersten Einwanderergeneration. So heißt es im aktuellen Rundbrief des Ausländerbeirats. Am Freitag übergibt Oberbürgermeister Ulrich Maly den Preis im Vereinshaus an das Centro Español.

Trotz der Ehre ruht sich der Verein aber nicht auf seinen Lorbeeren aus, im Gegenteil: 2008 will das Centro wieder ein großes Flamenco-Festival in Nürnberg veranstalten, wie beim ersten Mal, vor zwei Jahren, mit Gruppen aus der ganzen Region. Bislang fehlen nur die nötigen Sponsoren.

Flamencolehrerin Miriam Fernandez weiß allerdings eine gute Methode, mit Sorgen wie diesen umzugehen: «Wenn man Flamenco tanzt, kann man alles um sich herum einfach eine Zeit lang vergessen.» Und da ist es auch schon wieder, das energische Stampfen im Rhythmus der spanischen Musik.


Weitere Informationen zum Centro Español gibt es im Internet unter:
www.centro-espanol.com

Wolfgang Kerler

29.09.2007

Ein Treff - nicht nur für Spanier

Das Centro Español erhält den Interkulturellen Preis
- Sorge um das Domizil -

Der 15. Interkulturelle Preis des Ausländerbeirats geht an das Spanische Zentrum (Centro Español e. V.)

«Es ist Zeit geworden, dass ihr endlich diesen Preis bekommt», sagte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly bei der Verleihung.

Spanische Gastarbeiter riefen das Centro Español 1961 ins Leben, weil sie in der fremden Umgebung nicht nur bessere Lebensverhältnisse suchten, sondern auch ein Stückchen Heimat. Sie gründeten den Verein, um sich gegenseitig helfen und ihre Kultur gemeinsam zu leben. Dabei blieb es jedoch nicht.
Das Spanische Zentrum, Nürnbergs ältester Migrantenverein, hat eine erstaunliche Entwicklung hinter sich, die ausschlaggebend für die Prämierung war. « Es ist der Verein, der es am meisten geschafft hat, kontinuierlich zu arbeiten, sich andererseits aber auch immer wieder zu erneuern», sagte Jurymitglied Jürgen Markwirth vom Amt für Kultur und Freizeit.
Konkret heißt das: Der Verein hat sich geöffnet. «Nicht alle ausländischen Vereine sind ein Motor für die Integration. Beim Centro Español ist das anders», meint Mario Di Santo, Vorsitzender des Ausländerbeirates. Der Verein, «ursprünglich gegründet als Verein mit Selbsthilfecharakter» (Maly), ist heute international. Oder wie es Julian Aguirre, Attaché an der spanischen Botschaft in Berlin, formulierte: «Der Verein zeigt sich heute weltoffen.»
Die Hälfte der 280 Mitglieder kommt aus Spanien, die anderen Mitglieder sind Deutsche, Italiener oder Amerikaner. «Wir sind ganz gemischt», meint Vorstandsmitglied Anabel Kuntz (31), die von Kindesbeinen im Centro Español ist und dort genauso lange Flamenco tanzt. Ihre Mutter, eine Spanierin, hat Anabel Kuntz zum Verein gebracht. Der Vater ist Deutscher.

Der Preis wurde dem Centro Español von einer fünfköpfigen Jury zuerkannt. Er ist auf 2000 Euro dotiert. Eine Sorge treibt das Spanische Zentrum allerdings um: Die Mitglieder fürchten, ihr Domizil in der Fürther Straße zu verlieren. Ihr Haus steht auf dem Gelände, das das österreichische Möbelunternehmen Lutz gekauft hat. Auf dem Areal soll ein weiteres Discounter-Möbelhaus entstehen (wir berichteten). Maly sicherte dem Verein aber Unterstützung zu: «Wir versprechen, dass wir euch helfen, dass dieses spanische Rathaus in Nürnberg bleibt.»

sto


Fotos von der Preisverleihung: